Freitag, 6. Januar 2012

Kreuzfahrt auf der MSC Fantasia - 5.Tag Casablanca

Ausflug nach Marrakech

Für den Tag in Marokko haben wir uns vorgenommen einen Ausflug bei MSC zu buchen. Da das Schiff erst um 22 Uhr wieder ablegen sollte, entschlossen wir uns, den ca. 13stündigen Ausflug nach Marrakech zu buchen. Für satte € 123.- / Person nicht gerade ein Schnäppchen, aber der Ausschreibungstext versprach sehr viel:



 CAS02WI - MARRAKESCH (Ganztagesausflug inkl. Mittagessen) - 2011-2012

Landausflüge: Lange Busfahrt  Landausflüge: Schwierigkeitsgrad - mittel  Landausflüge: Inklusive Mittag- oder Abendessen  Landausflüge: Inklusive Getränk  Gültig für MSC Fantasia und MSC Splendida von 08.11.2011 bis 17.03.2012 - Marrakesch, das Sie von Casablanca aus nach 3 Stunden Busfahrt erreichen, ist auch als die „Perle des Südens" bekannt. und Sie sehen sich in dieser aufregenden Stadt einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten an, darunter auch die Gräber der saadischen Könige und den wunderschönen Bahia-Palast. Nach einem delikaten Mittagessen gelangen Sie an Ihr Ziel, den farbenfrohen Djemaa-El-Fna-Platz, wo Zeit genug bleibt, um den Schlangen, Akrobaten, Jongleuren und Musikern zuzusehen.

Hinweis: Diese Tour eignet sich nicht für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität, da wir mehrere längere Strecken zu Fuß zurücklegen.
Preis pro Person € 123,- Erwachsene € 86,- Kinder
 (Quelle: www.msckreuzfahrten.at)

Bereits vor 8 Uhr trafen wir beim Sammelpunkt an Bord ein und bekamen nachdem unsere Namen auf der Liste abgehakt wurden, einen MSC Sticker mit der Busnummer, den wir auch sogleich auf unsere Jacke klebten. Nun hieß es warten, bis unsere Gruppe aufgerufen wurde und wir dann dem Schild mit der Nr.1 von Bord folgten und unseren Bus bestiegen. Um 1/2 9 gings dann los. Unser örtlicher Reiseleiter Herr Lazrak erklärte uns während unserer Fahrt durch Casablanca etwas über die Stadt, die Moschee die wir von der Ferne sahen und die Region Casablanca. 3 Stunden sollte die Fahrt nach Marrakech dauern, unterbrochen durch einen kurzen Stopp und einen halbstündigen geplanten Stopp der nach zwei Stunden Fahrt auch bei vielen Mitreisenden notwendig war. Herr Lauzrak erklärte uns während der gesamten Fahrt die politische Situation und Traditionen in Marokko. Eine Pause für unsere Ohren blieb kaum. Auch gab er etliche Fotoalben und Zeitungsausschnitte durch, damit wir uns einen bildlichen Eindruck zu seinen Erklärungen machen konnten. Wie im Programm beschrieben kamen wir nach 3 1/2 stündiger Fahrt dann in die Nähe von Marrakech und wir wurden ins Restaurant Chez Ali, einem typischen Touristenrestaurant chauffiert. Hier empfingen uns einige Reiter und Angehörige verschiedener Berberstämme mit Gesang und Tanz. 

Musiker im Restaurant Chez Ali


Das Restaurant besteht aus einer Sandbahn um die herum verschiedene Räume, die Berberzelten nachempfunden sind. Ein schönes Fotomotiv. Nachdem wir in ein "Zelt" geführt wurden, nahmen wir an den runden Tischen Platz und bekamen auch bald darauf eine Vorspeisenplatte serviert. Eine Flasche Wasser und Wein je Tisch waren auch im Preis inkludiert. Der Vorspeise folgte Hühnchen und als nächster Gang wurde Kuskus mit Gemüse und Fleisch serviert. 

Essen im Restaurant Chez Ali

Während wir unser Mittagessen einnahmen kamen alle Musikergruppen, Sänger und Tänzer ins unser Zelt uns zogen von Tisch zu Tisch. Am Anfang ganz nett, aber mit der Zeit auch ziemlich nervig. Als Nachspeise wurde uns ein Obstteller serviert. Insgesamt war das Essen sehr gut und viel zuviel. Nach dem Essen gab es dann noch ein Reiterspiel, bevor wir die Fahrt nach Marrakech (ca. 30 min.) fortsetzten. 

Reiterspiele im Restaurant Chez Ali

Endlich in Marrakech angekommen trafen wir auf einen weiteren Reiseleiter und einen weiteren Mann, der sich als "Security" vorstellte, damit niemand verloren geht. Zuerst besichtigten wir den Palast der Bahia. Leider ist hier außer mit Fliesen ausgeschmückten Räumen nicht sehr viel zu sehen. Von unserem Reiseleiter erhielten wir Informationen wie das Leben im Palast damals war. So konnten wir uns mit viel Vorstellungskraft ein vages Bild vom Treiben im Palast machen.


Bahia Palast




Nächster Besichtigungspunkt waren die Gräber der saadischen Könige.Hier gab es nur wenig Information von unserem Reiseleiter, da der es vorzog, sich mit den anderen Reiseleitern zu unterhalten und uns uns selbst zu überlassen. Obwohl die Anlage nicht wirklich groß ist vergingen so wieder 45 Minuten. Für mich war die Zeit einfach zu lang, denn soviel gab es auch nicht zu sehen.


Gräber der saadischen Könige



Nachdem wir endlich wieder die Anlage verließen, dachten wir uns, dass wir jetzt zu den Souks und dem Platz der Gaukler fahren. Aber weit gefehlt. Als nächstes Stand eine Informations- und Veraufsveranstaltung für Kräuter, Samen und verschiedene Cremes im Programm. Jetzt wurde mir auch klar warum unser Reiseleiter während der Fahrt nach Marrakech immer wieder von den Vorzügen und Qualitäten des Arganöls sprach, denn hier in dieser "Apotheke" ging es gleich damit weiter, das Öl in verschiedensten Formen an den Mann/die Frau zu bringen.
Nach 30 Minuten verließen wir den Raum und fragten unseren Reiseleiter wie lange er noch glaubt, dass diese Verkaufsveranstaltung noch dauert. Er meinte, dass dies schon noch mindestens weitere 30 Minuten dauern würde. Auf meinen Einwand, dass diese Verkaufsshow nicht in unserem Programm gestanden ist, meinte er nur lapidar, dass in unserem Programm nicht alles steht, In seinem aber schon und er hierher kommen müsse! Da auch ein Mitarbeiter von MSC anwesend war, sprach ich mit diesem und erklärte ihm, dass ich vor der Buchung des Ausflugs expliziert beim Excursion Desk gefragt habe ob bei dem Ausflug nach Marrakech eine Werbe-/Verkaufsveranstaltung beinhaltet ist. Nachdem mir dies dort verneint wurde, hatten wir den Ausflug gebucht. Der MSC Mitarbeiter bot mir daraufhin an, am nächsten Tag an Bord ins Büro zu kommen.



Werbeverkaufsveranstaltung wider Willen


Nachem die einstündige Verkaufsveranstaltung endlich vorbei war führte uns unser Reiseleiter, nachdem wir wieder kurz mit dem Bus gefahren sind, durch Hinterhofgassen in die Souks, durch die wir durchgetrieben wurden. Wir hatten Mühe den Anschluss zu halten, obwohl wir gut zu Fuß sind. Zeit stehen zu bleiben und etwas genauer anzusehen blieb überhaupt keine. Wir kamen uns vor wie eine getriebene Herde. Am Djemaa-El-Fna-Platz angekommen wurde uns dann verkündet, dass wir nun Zeit hätten, uns am Platz umzusehen oder auf einen Kaffee zu gehen und in 20 Minuten würden wir uns wieder Treffen um die Heimreise nach Casablanca anzutreten.
Doch was sollte man in 20 Minuten anstellen? Von der in der Ausflugsbeschreibung angkündigten "genügenden Zeit" um den farbenfrohen Djemaa-El-Fna-Platz zu besichtigen, um den Schlangen, Akrobaten, Jongleuren und Musikern zuzusehen, konnten wir nur träumen.

Djemaa-El-Fna-Platz



Unser "Security" Mann der auch unseren Unmut mitbekommen hat wollte uns dann auch noch in ein spezielles Geschäftmit Guten Preisen locken und war dabei ziemlich aufdringlich.
Als wir dann zum Bus gingen, verabschiedete sich dieser mit Handschlag und erwartete ein Trinkgeld. Als wir ihm keines gaben, beschimpfte er uns. Wir verstandes es nicht, aber seine Mimik und Gestik verstanden wir schon.


So ging es wieder 3 1/2 Stunden (inkl. 1 Stopp) zurück zum Schiff, wo wir gegen 20.30 Uhr eintrafen.


Wir waren also nicht 13, sondern nur 12 Stunden ausgeblieben und eine weitere Stunde wurde uns durch die Zwangs-Verkaufsveranstaltung genommen. Zwei Stunden, die wir für die Besichtigung der Souks und des Djemaa-El-Fna-Platzes gut gebraucht hätten.
Fazit des Tages: Hätten wir gewusst, dass für die für uns interessanten Punkte in Marrakech nur 20 Minuten Zeit bleiben, hätten wir den Ausflug nie gebucht. Es war aus unserer Sicht ein  Reinfall und reine Abzocke.
Daraus gelernt, buchten wir daraufhin auch keinen weiteren mehr über MSC und machten alle weitern Ausflüge auf eigene Faust.





 

1 Kommentar:

  1. wirklich mehr darüber wissen. Weil ich hier glaube, ich könnte einfach genießen meine nächste Reise..

    AntwortenLöschen